Glasdruck
Glasveredelung: Ein Leitfaden zu Siebdruck- und Digitaldrucktechniken
1. Keramischer Siebdruck (Hochtemperatur)
Dabei werden auf Keramikfritten basierende Tinten verwendet, die in einem Temperofen einem Hochtemperaturbrennprozess (650 °C bis 720 °C) unterzogen werden. Durch diese thermische Verschmelzung werden die anorganischen Partikel direkt in die Glasoberfläche eingesintert, wodurch eine unzerstörbare Verbindung entsteht.
•Bindungsart: Gesinterte anorganische Schmelze.
•Oberflächenprofil: Hohe Deckkraft, leicht strukturiert.
•Verarbeitung: Vollständig kompatibel mit Härten und Laminieren.
2. Organisches und lösungsmittelbasiertes Screening
Bei diesem Verfahren steht die ansprechende Optik im Vordergrund, nicht die extreme Haltbarkeit. Es werden organische oder UV-härtende Tinten verwendet, die durch Verdunstung oder UV-Licht aushärten. Da die extreme Hitze des Ofens vermieden wird, bleiben empfindliche Glasbeschichtungen erhalten und es bietet ein breiteres Spektrum an haptisch ansprechenden Oberflächen.
•Heilung: Thermische Katalyse oder UV-Bestrahlung.
•Visuelle Elemente: Reichhaltigere Farbtiefe und spezielle Texturen (matt/glänzend).
3. Digitaler UV-Tintenstrahldruck
Eine berührungslose Direktdrucktechnologie, die auf Siebe vollständig verzichtet. Die Druckköpfe tragen UV-härtende Tintentropfen auf, die von einer UV-Lampe sofort ausgehärtet werden. Dieses Verfahren bietet beispiellose Flexibilität für individuelle Anpassungen und hochauflösende Bildgebung.
•Technologie: Computer-to-Substrat-Digitaltintenstrahldruck.
•Auflösung: Fotorealistisch (bis zu 1440 DPI).
•Flexibilität: Ideal für Einzelanfertigungen von Prototypen und individuelle Designs.
4. Digitaler Keramik-Hybrid (DIP)
Die Premiumlösung für moderne Architektur. Das DIP-Tech-Druckverfahren vereint die Flexibilität des digitalen Tintenstrahldrucks mit der Beständigkeit von Keramikfritten. Das Glas wird digital bedruckt und anschließend im Ofen gebrannt, wodurch die Tinte dauerhaft mit dem Substrat verschmilzt und so eine lebenslange Farbbeständigkeit gewährleistet wird.
•Der Hybridvorteil: Individuell angepasste digitale Dateien mit keramischer Haltbarkeit.
•Skalierbarkeit: Ideal für großflächige, mehrteilige Architekturgrafiken.


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